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„Fünf mal fünf“ – 25 Jahre DPFA Akademiegruppe, der Countdown läuft!

  • Der Euro wurde nun für alle das offizielle Zahlungsmittel. Foto: PF
  • Sven Hannawald gewinnt 2002 als erster Skispringer überhautp alle vier Springen und somit die Vierschanzentournee. Foto: Getty
  • Die ehemalige Ingenieurschule für Bauwesen in Leipzig feierte im Jahr 2002 Jubiläum. Foto: DPFA Archiv
  • Hochzeit bei Königs: Im Jahr 2002 darf der niederländische Kronprinz Willem Alexander endlich seine Maxima heiraten. Inzwischen sind die beiden als Königspaar unterwegs. Foto: dpa
  • Das Jahrhunderthochwasser des Jahres 2002 verschonte auch Chemnitz nicht. Und so trat das sonst eher brave Flüsschen Kemnitz extrem über seine Ufer. Foto: dpa
Samstag, 25. Juli 2015  |  Kategorie: Allgemein, Leipzig/Nordsachsen, Chemnitz/Erzgebirge, Dresden/Osterzg./Sächs.Schweiz, Zwickau/Vogtland, Görlitz/Zgorzelec/Bautzen

13/25 Das Jahr 2002 brachte denkwürdige Ereignisse mit sich. Die Einführung des Euro zum 1. Januar war wohl das Wichtigste. Im September dieses Jahres wurde außerdem das zehnjährige Bestehen der traditionsreichen,...[mehr]


NEUORIENTIERUNG – VISION – ERFOLG

25 Jahre DPFA Akademiegruppe

»Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt.«
Dante Alighieri 1265-1321

Was war 1990 für ein Jahr – verwirrend und hoffnungsvoll zugleich. Mit einem unvorstellbaren Umbruch begann die Wendezeit in Ostdeutschland.

Hunderttausende, ja Millionen Menschen verloren mit den einsetzenden radikalen Strukturveränderungen ihren Arbeitsplatz und ihren gewohnten Lebensablauf und versuchten, sich in einer zunächst fremden Umwelt neu zu orientieren.

Auf diesen Umbruch war man nicht vorbereitet, auf einmal war die Zukunft völlig ungewiss. Wer sollte die vielen Fragen beantworten, die auf jeden einströmten? Hochqualifizierte Menschen hatten plötzlich keine Arbeit mehr, aber auch kaum Wissen darüber, welche Anforderungen die neuen gesellschaftlichen Verhältnisse stellen werden. Nichts war dringender als neues Wissen, neue Kenntnisse, um den Zug der Zeit nicht ganz zu verpassen. Aber woher dieses Wissen nehmen?

Die weltbekannte Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach muss das vorausgesehen haben, als sie schrieb: »Wenn man keine Gelegenheit hat, muss man eine schaffen!« Wie im gesamten Ostdeutschland gab es auch in Sachsen Menschen, die nicht resignierten und sofort erkannten, dass neue gesellschaftliche sowie besonders neue wirtschaftliche Verhältnisse nur mit neuem Wissen bewältigt und gestaltet werden können.

Mit wertvollen Hinweisen uns gut gesonnener Menschen aus den alten Bundesländern ausgestattet, gab es für meine Frau, meine Tochter Catrin und mich nur einen Weg, nämlich etwas auf die Beine zu stellen, was es so in Ostdeutschland bisher nicht gab. Ein privates Bildungsunternehmen sollte es sein, das in kein ideologisches Korsett eingebunden ist.

Doch alle materiellen Voraussetzungen fehlten, Wissens-träger für diese Aufgabe gab es damals nur im Westen. Beides musste also gefunden und zusammengeführt werden. Und wie ein Wunder gelang das auch.

Ein so nicht erwarteter und für einen »Ostbürger« unvorstellbar hoher Kredit half, die ersten noch primitiven Schulungs- und Büroräume einzurichten. Malern mussten wir selbst. Die erworbenen gebrauchten Möbel wurden durch uns transportiert und repariert. Auch eine alte Reiseschreibmaschine fand sich.

Hauptfrage: Wer vermittelt welches Wissen? Hinweise erfahrener Politiker und Manager, dass vor allem ganz schnell das gesamte Finanzwesen neu gestaltet werden muss und dass schnell zahlreiche Banken und andere Unternehmen aus dem Boden gestampft werden, gaben uns den Hinweis, in welche Richtung die Wissensvermittlung gehen sollte, nämlich in die der Bank- und Betriebswirtschaft. Viele neue Bankkaufleute mit neuem Profil, Betriebswirte, Tourismusfachkräfte, Kaufleute usw. wurden dringend gebraucht.

Hilfe aus dem Westen kam zur rechten Zeit in Gestalt erfahrener und hoch gebildeter Honorardozenten. Noch heute verdienen diese »Entwicklungshelfer« unsere Achtung und unseren Respekt.

Das eigentliche Geheimnis, dass unser Vorhaben gelang und bis heute eine ungeahnte Entwicklung nahm, war aber das kleine Dutzend arbeitslos gewordener sächsischer Akademiker und Facharbeiter, die in diesen Tagen zu uns stießen und zunächst die Organisation absicherten. Ich bin noch heute beeindruckt, mit welchem Ideenreichtum, gegenseitigem Zusammenhalt, ohne persönliche Vorteile für sich in Anspruch zu nehmen und bei sehr bescheidenem Gehalt, diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zahlreiche Bildungsmaßnahmen in kurzer Zeit in ganz Sachsen etablierten.

Mit ihrem überdurchschnittlichen Engagement, ihrem Können und einem Zusammenhalt, den ich bisher nur aus meiner beruflichen Entwicklung als Bergmann in Zwickau erlebte, schufen sie den Grundstein für eine Atmosphäre, die wir gern DPFA-Philosophie nennen und die uns in kurzer Zeit zu einem der größten Bildungsträger in Sachsen machten. Die meisten unserer inzwischen über 440 hauptamtlichen Mitarbeiter sahen das als einen Grund für ihre Bewerbung bei uns und setzen sich ein, diese Tradition zu bewahren.

Die Gründung der Deutschen Privaten Finanzakademie GmbH Sachsen war dann scheinbar ein formaler Akt und erfolgte – allerdings mit wochenlangem Streit mit den Genehmigungsbehören – schließlich am 17. August 1990 in Zwickau.

Wenn ich an unsere ersten Umschulungen zurück denke, bin ich immer noch beeindruckt, wie die uns zugewiesenen arbeitslosen Akademiker und Facharbeiter diese gewaltige Chance für sich nutzten und einen völlig neuen Beruf erlernten. Es gab kaum Bildungsabbrüche, und eine fast 100%ige Vermittlungsquote zeugte von der von Anfang an hohen Qualität unserer Ausbildung.

Es ist mir immer wieder ein Bedürfnis, denen zu danken, die unseren schnellen Erfolg trotz oft primitiver Voraussetzungen möglich machten und die den Grundstein für die sachsenweit und darüber hinaus hochgeschätzte DPFA Akademiegruppe legten.

Natürlich gab es auch Misserfolge und nicht wenige Rückschläge und Niederlagen, aber deren Überwindung hielt uns zusammen. Uns vereinte eine große Vision, nämlich die, dass man lebenslang lernen kann und muss und dass nur gediegene Bildung beruflichen und gesellschaftlichen Erfolg sichert.

Was lag uns also näher als die Suche nach soliden Bildungsformen und -einrichtungen, die das lebenslange Lernen und den Erfolg durch Bildung ermöglichen, zu forcieren. Hervorragende Fachleute, die ihre berufliche Verwirklichung in unserem Unternehmen suchten, waren und sind es, die durch gründliche Marktanalyse und Kenntnis moderner bildungspolitischer Notwendigkeiten unsere erste Fachschule für Sozialwesen in Zwickau ins Leben riefen. Bald folgten weitere Fachschulen und zahlreiche Berufsfachschulen.

Uns allen ist noch gut in Erinnerung, wie der damalige Präsident des Landesarbeitsamtes Sachsen, Herr Dr. Streich, in seiner Festrede anlässlich unseres 10jährigen Bestehens im Jahre 2000 die inzwischen zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DPFA als Vorbild in der sächsischen Bildungslandschaft bei der Überwindung der hohen Arbeitslosigkeit unter Schulabgängern würdigte. Uns wurde bescheinigt, ein von der Politik geschätzter Bildungspartner zu sein. Bürokratische Hemmnisse und auch politische Bremsversuche erlebten wir tatsächlich erst später. Es ist hier nicht der Platz, darauf einzugehen.

Unsere Vision des lebenslangen Lernens und des Erfolgs durch Bildung hat insbesondere seit dem Zeitpunkt, als es gelungen war, unsere Bildungsfirma in ein familiengeführtes Unternehmen zu verwandeln (1998) einen beträchtlichen Schub erhalten.

Schlag auf Schlag konnten wir neue Bildungsgänge und -einrichtungen schaffen. Dazu zählen heute Vorschul-einrichtungen, Grundschulen, Oberschulen, Gymnasien, Berufsfachschulen und Fachschulen sowie der uns inzwischen gelungene Übergang auch zur dualen Berufsausbildung.

Die Gründung unserer eigenen DPFA Hochschule wurde fast zu einer Sensation.

Mit besonderem Stolz betrachten wir unser internationales Schulprojekt in Görlitz und Zgorzelec. Mit großer Hochachtung betrachte ich die vorzügliche Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer polnischen Tochtergesellschaft »DPFA Europrymus« unter der großartigen Leitung ihrer Führungskräfte. Die DPFA-Europrymus hat in Polen breite Anerkennung gefunden.

Zur Erfolgsbilanz unserer Vision »Lebenslanges Lernen« zählt auch das umfassende Weiterbildungsangebot. Viele Firmen und Einrichtungen halten gerade diesen Bildungsbereich für sehr geeignet, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die so notwendige berufliche Weiterbildung auch zu ermöglichen. Auch zahlreiche ältere Personen suchen nach neuem Wissen und werden bei uns fündig. Sehr aktuell, bei uns aber seit Jahren schon im Programm, ist die Weiterbildung von Migranten.

Ja, liebe Leserinnen, liebe Leser, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Unternehmens verdienen für ihre umsichtige, hochqualifizierte Arbeit und für ihre Loyalität unsere Anerkennung und Würdigung. Wir haben deshalb vor Jahren unsere eigene Firmenzeitung, den »DPFA Report« geschaffen, in welchem wir regelmäßig über die Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichten.

Nicht vergessen möchte ich, dass nicht wenige unserer Bildungsstätten und Schulen mit Anerkennungen und Auszeichnungen der gesellschaftlichen Öffentlichkeit geehrt wurden.

Dazu zählen unsere Auszeichnung als Unternehmer des Jahres 2008 und die bevorstehende Auszeichnung unseres deutsch-polnischen Projektes mit dem Europapreis.

Große Öffentlichkeitswirksamkeit erzielt unsere Initiative »Technikerpreis«, die als gemeinsames Projekt der Initiative Südwestsachsen, des BVMW, der Wirtschaftsförderung Erzgebirge, des Regionalkonvent Chemnitz und der DPFA Akademiegruppe einen großen Beitrag zur kooperativen, gleichberechtigten Zusammenarbeit von freien und staatlichen Fachschulen für Technik und mit Aufwertung des »Staatlich geprüften Technikers« einen wichtigen Beitrag zur Fachkräfteentwicklung in Sachsen leistet.

Hervorhebenswert ist zweifelsohne die Tatsache, dass durch die gesicherte und qualifizierte Unternehmensnachfolge die Stabilität und die Zukunft unseres Bildungsunternehmens gewährleistest wird. 2007 übernahm meine Tochter Catrin Liebold die Leitung des Unternehmens als Hauptgeschäftsführerin, tatkräftig unterstützt von ihrer Schwester Gerlinde Katzmarek als Prokuristin und ihrem Bruder Carsten Dietz als Geschäftsführer.

Wenn man mich fragen würde, was ich mir nun noch wünsche, dann antworte ich: den weiteren Aufschwung unserer Firma, sichere und anspruchsvolle Arbeitsplätze für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, einen fairen, kooperativen Wettbewerb zwischen freien und staatlichen Bildungseinrichtungen, dass alle Probleme in gegenseitiger Achtung und in Respekt zueinander gelöst werden und dass es keiner weiteren Verfassungsgerichtsklage bedarf.

Weiterhin wünsche ich mir Frieden für unsere Arbeit und unsere Zukunft.

Ganz besonders herzlich bedanken möchte ich mich bei allen Führungskräften, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseres Unternehmens, bei unseren Schülerinnen und Schülern, bei allen Eltern, allen Weiterbildungsteilnehmern, bei allen Geschäftspartnern, bei den sachkundigen und objektiven Politikerinnen und Politikern für die große Unterstützung und besonders für das uns gewährte Vertrauen.

Ihr
Prof. Dr. Clauß Dietz